22. Januar 2018

En Famille: Glanzlichter der Klassik

Frau Ravessoud, Sie betreuen die Sommets Musicaux seit vielen Jahren – wie ist die Idee für dieses Winter-Klassikfestival eigentlich entstanden?

Das weiss ich noch wie gestern. Das war, als ich Thierry Scherz 1998 kennenlernte. Dabei kamen wir auf die Idee, einen kulturellen Event im Winter zu kreieren. Und im 2001 dann haben wir die erste Ausgabe unserer «Sommets Musicaux» lanciert. Und was gibt es Magischeres, als nach einem Tag auf den Skiern, einem klassischen Konzert fast schon im privaten Kreise der hiesigen Kirchen zu lauschen. Auch wenn heutzutage der Schnee nicht immer da ist, die Musik ist stets präsent und aktuell.

Konzert von Sommets Musicaux de Gstaad mit Renaud Capuçon

Das Gstaad Palace spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte des Festivals. Was verbinden Sie mit diesem Haus, das ja auch so etwas wie eine grosse Bühne ist?

Natürlich hat die ganze Familie Scherz sich von Beginn weg für das Projekt engagiert. So organisieren wir jeweils nach den Konzerten mit den Künstlern und dem Publikum Dîners in der Salle Baccarat. Gleichzeitig zählt die Kundschaft des Palace zu unseren treuen Besuchern. Zudem übernachten die Künstlerinnen und Künstler im Palace – und auch wir vom OK haben die Ehre, hier sesshaft zu sein. Das Palace – inklusive Personal – ist ein exzellenter Partner, der uns jedes Jahr «en famille» begrüsst.

Die Förderung von Künstlern ist ein wichtiges Element des Anlasses. Wo setzen Sie hier Akzente?

Seit Beginn wollen wir jungen Talenten Chancen für Auftritte ermöglichen – beispielsweise mit in unserer Serie der Nachmittagskonzerte. Zudem profitieren die Nachwuchskräfte von privaten Masterclasses mit arrivierten Stars. Und nicht zuletzt werden die besten Interpretationen jeweils mit dem Preis Thierry Scherz und dem Preis André Hoffmann ausgezeichnet. Die Talente schätzen den freundschaftlichen Austausch mit den Stars sehr – und können so natürlich auch hervorragende Beziehungen für die Zukunft knüpfen.

Sommets heisst «Glanzpunkte». Wann schlägt Ihr Herz über vor Freude im Konzertsaal? Welches war Ihr letztes musikalisches Glanzlicht?

Die einmalige Atmosphäre der hiesigen Kirchen weckt Emotionen, die Nähe zu den Künstlern ist sehr intensiv. Während meiner 18-jährigen Tätigkeit werde ich nie den ersten Konzertabend im 2001 vergessen – damals in der Kirche Saanen. Thierry hielt mir die Hand – ziemlich fest sogar –, wohl um unser beider Anspannung zu bannen… Und dann das Glück des grossen Applauses am Ende des Konzerts: ein Geschenk für die Künstler und für uns Organisatoren ebenso. Ein weiteres Highlight – erst kürzlich im 2016 – war der magische Auftritt von Renaud Capuçon zusammen mit Daniel Lozakovich, ein brillianter Violinist, gerade mal 15 Jahre jung. Fast schon komplizenhaft haben die zwei miteinander musiziert – einfach unvergesslich.

Mit Renaud Capuçon haben Sie seit 2016 einen hervorragend vernetzten Künstlerischen Leiter am Werk – wie teilen Sie zwei sich die Aufgaben genau auf?

Renaud Capuçon hat ein Programm geschaffen, das der Tradition früherer Ausgaben und unserem Budget Rechnung trägt. Sein Charisma ist auch von grosser Bedeutsamkeit im Austausch mit unseren Mäzenen. Er schafft Vertrauen, seine Präsenz sowie Verfügbarkeit für Medienvertreter wird sehr geschätzt. Ich kann mich dadurch stärker auf administrative Fragen wie Vertragswesen, Sponsoring, PR & Marketing sowie die Buchhaltung. Selbstverständlich stimmen wir uns laufend eng ab.

Und weshalb konzentrieren Sie sich auschliesslich auf Kammermusik?

Wir können maximal ein Ensemble von 45 Musikern in der Kirche Saanen begrüssen – inklusive Solisten. Damit decken wir ein grosses Repertoire der klassischen Musik ab.

Wenn Sie einen Wunsch offen hätten: Welche Künstlerin, welchen Künstler möchten Sie unbedingt einmal nach Gstaad holen?

Sehr schwierig, hier eine Auswahl zu treffen – aber denken und träumen wir mal laut… Zum Beispiel: Yo-Yo Ma, Renaud Capuçon mit dem jungen Kit Armstrong. Und warum nicht einmal Jonas Kaufmann für ein Rezital engagieren?

Erfahren Sie hier mehr zum Festival Sommets Musicaux de Gstaad und zu den Festival-Packages

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